Haltung


 

Einzelhaltung!

 

Nachtaktiv - darf während der Schlafenszeit nicht geweckt werden!

 

 

Gehege mindestens 0,5 m²

Das heißt L 100 cm x T 50 cm x H 50 cm (die m² werden bei einem Gehege L 120 cm x T 40 cm so berechnet: 1,2 x 0,4 = 0,48 m² = zu klein!). Es ist eine Höhe von mind. 40 cm vorgeschrieben, aber empfehlenswert sind 50 cm, da alleine die Einstreu schon 20 cm hoch sein muss und das Laufrad muss ja auch noch höhenmäßig reinpassen.

 

KEINE KÄFIGE oder Gehege mit Käfigaufsatz! Besten geeignet sind Glasgehege, z. B. Aquarien oder Vollglasterrarien bzw. Nagarien. Warum Glas? Ganz einfach: sollten Sie sich aus irgendwelchen Gründen Parasiten einschleppen, sind Glasgehege ratzfatz gesäubert und desinfiziert. Sie haben – im Gegensatz zu Holzgehegen – zudem den Vorteil, dass sie nicht durchgenagt werden. Oftmals finden sich Aquas/Terras/Nagarien günstig bei den einschlägigen Kleinanzeigenportalen, da muss man einfach ein wenig Geduld haben bei der Suche.

Ich sprühe gebrauchte Gehege erst einmal mit Ardap ein und lasse das 1 Tag einwirken, danach wasche ich das Gehege gründlich mit verdünntem Essigwasser aus und hinterher nochmal mit Wasser.

 

Das Gehege soll ausbruchsicher sein, z. B. durch einen luftdurchlässigen Deckel. Ich habe selbstgebaute aus Volierendraht (verzwirbelter Kaninchendraht ist  NICHT geeignet). Man kann sich Lochblech beim Baumarkt zuschneiden und biegen lassen. Aber egal welches Gehege: es muss ausreichend belüftet sein. Wenn nicht genügend Luftzirkulation stattfindet, kommt es zur Schadgasanreicherung am Boden und zum Wärmestau! Glasterrarien kann man umdrehen und mit den Glastüren nach oben aufstellen, die Glastüren entfernen und durch ein Gitter ersetzen. Innen scharfkantiges Lochblech kann durch eine Holz- oder Metalleiste und ungiftigem Aquariumkleber sicher gemacht werden.

 

Warum keines dieser vom Zoohandel "für Hamster" angebotenen, chic aussehenden Glasnagarien mit Gitteraufsatz bzw. ein Gitterkäfig mit Plastikwanne? Ganz einfach: Hamster sind keine geübten Kletterer sondern Bodenbewohner und können aufgrund dessen, dass ihnen räumliches Sehen fehlt (und sie sehen nur s/w), Höhen nicht abschätzen. Sie klettern hoch, können sich nicht mehr halten und lassen sich dann einfach fallen! Desweiteren zwängen sie ihre kleinen Schnäuzchen durch die Gitterstäbe - mancher Zwerghamster so weit, dass er sich das Näschen verletzt und sich die Augen eindrückt! Der Zoohandel hat leider immer noch nicht reagiert und bietet diese zu kleinen und gefährlichen Gehege weiterhin an.

 

Laufrad

Das Laufrad sollte so groß sein, dass der Dsungi mit geradem Rücken darin laufen kann - und das ist tatsächlich individuell. Es gibt große, schwere und kleine, leichte Dsungies. Das Laufrad muss eine geschlossene Lauffläche haben ohne Schereneffekt.

 

Vor kurzem bin ich bei den meisten meiner Dsungies auf die Heureka-Laufräder von Rodipet umgestiegen. Sie sind aus Kunststoff, leicht zu reinigen und so konstruiert, dass auch kleine Hamsterchen nicht drin herumschleudern. Sie sind allerdings nicht höhenverstellbar.

 

Die 27er Korklaufräder von Getzoo benutze ich weiterhin. Sie lassen sich in der Höhe verstellen und sind gut verarbeitet. Wichtiger Tipp: Alles was bei den Getzoo-Laufrädern innen aus Holz ist streiche ich mind. viermal mit sog. Spielzeuglack DIN 71-3 ein, den Kork dabei auslassen. Kork ist von Haus aus wasserabweisend (siehe Weinkorken!) und somit können Sie auch bei Laufradpinklern die Korklauffläche mit Wasser einweichen und austupfen (nicht reiben!).

Bitte niemals ein Laufrad mit Sprossen verwenden: Hamster laufen sich da ihre Füßchen blutig!

Ach ja: manche Zwerge fressen ihre Körnchen im Laufrad, wenns also klickert und laut ist beim Laufen, wissen Sie, das Sie ein kleines Laufrad-Gourmet haben.

 

Einstreu

Weichholzspäne (z. B. Goldhorse oder Equipower oder AllspanClassic), dieses mind. 20 cm hoch einstreuen. Hanf und andere Einstreu ist nicht geeignet, da Dsungies Gänge in die Tiefe graben und diese bei Hanf-, Leinen- oder Baumwolleinstreu nicht halten. Diese Einstreusorten sind zudem nicht besonders hygienisch und fangen recht schnell das stinken an. Einige Hände Heu (NICHT STROH!) im Gehege ist für Dsungies von Vorteil und dient zur Aufnahme von Mineralien - sofern Sie oder eines Ihrer Familienmitglieder nicht allergisch dagegen sind.

 

Mehrkammernhaus mit abnehmbarem Dach

Das Haus darf nicht aus diesem dunklen, harzenden, getackerten Holz sein, auch wenn diese Gegenstände zuhauf für Hamster angeboten werden! Sehr gute und günstige 3-Kammern-Häuschen gibt es z. B. beim knastladen.de, für „gehobenere“ Ansprüche bei Getzoo oder Rodipet.

 

Sandbad

Als Sandbad eignen sich u. a. Auflaufformen, große Bonbonieren, große Tonuntersetzer mit hohem Rand etc. Wichtig: das Sandbad sollte auf einem Podest stehen, da es schwer ist und umkippen kann. Ich habe u. a. die Größe S-Sandbäder von Getzoo.

Geeignet für Dsungies ist nur tonmineralhaltiger (!!) Chinchilla-Badesand (ich nehme den von Berkel). ACHTUNG: der Begriff Chinchilla-Sand ist nicht geschützt! Daher genau lesen, ob es tonmineralhaltiger Sand ist. Quarzsand/Vogelsand sind absolut ungeeignet und machen das Fell kaputt, da sie mit anderen Sandarten und auch insgesamt anders verarbeitet sind.

 

Versteckmöglichkeiten u. a.

Geeignet ist alles aus hellem, harzfreiem Holz, Ton, Kork, Keramik (kein Gips!). Brücken, Rennbahnen, Tunnel, Höhlen und sonstige Verstecke. Wichtig ist, dass die Öffnungen genügend groß sind (mindestens 5 cm), damit der Hamster mit seinen gefüllten Backen durchkommt und nicht stecken bleibt. Auch Granitplatten z. B. auf dem Häuschen sind ganz gut, sie sorgen ein wenig für den Abrieb der Krallen.

Bei Rennbahnen ist darauf zu achten, dass die Fallhöhe nicht höher als 10 cm sein darf und gewährleistet ist, dass der Dsungi nicht auf irgendetwas hartes fällt, wo er sich verletzen kann.

 

Schlafnestchen

Hierfür eignet sich am besten zerrupftes Toilettenpapier. Dieses muss farblos/unbedruckt und ohne Duftstoffe o. ä. sein und auch nicht aus recyceltem Papier (Schadstoffe!). Tempotaschentücher und Küchenrollen eigenen sich NICHT. Diese sind, im Gegensatz zum Toilettenpapier, reißfest, so dass der Hamster sich einschnüren könnte. Ein einfacher Test: geben Sie Toilettenpapier in etwas Wasser, wenn es sofort zerfällt, ist es perfekt für den Bau vom Schlafnestchen. Auch weiches Heu (kein hartes Stroh!) wird gerne genommen.

 

 

Temperaturen !!

Ab 25° C wirds dem Dsungi warm bzw. wenn die Temperaturen noch höher steigen, zu warm. Hier muss für Abkühlung gesorgt werden: Sandbad und Keramikhäuschen in den Kühlschrank und gekühlt anbieten. Ich lege (wegen des Kondenswassers in Geschirrtuch eingewickelte) große Akkus aufs Gehege (kalte Luft sinkt nach unten) - oder man macht sie seitlich dran.

 

Wasser

muss täglich frisch angeboten werden. Ich habe Glasnäpfchen, da diese bequem und einfach in der Spülmaschine zu reinigen sind. Trinkflasche geht genauso. Hier darauf achten, dass auch das Mundrohr täglich mit gereinigt wird sonst haften sich irgendwann giftige Braunalgen daran. 1 x die Woche dann alles in verdünnte Essig- oder Zitronensäure einlegen und hinterher gut spülen. Geschieht dies nicht, kann sich z. B. aufgrund von zu viel Kalk die Kugel im Mundstück verfangen und kein Wasser mehr durchlassen. Es ist übrigens KEINE unnatürliche Haltung für Hamster, männchenmachend vom Trinkfläschen zu trinken. In freier Natur strecken sie sich genauso, um den Tau vom Gras zu lecken.

 

 

 

Dies gehört NICHT in ein Hamstergehege:

 

Verboten

- Einrichtungsgegenstände aus harzendem Holz, zu erkennen an der dunklen Rinde: Harz kann die Backentaschen und den Darm verkleben;

- Hamsterwatte, leider besser auch kein Kapok oder Hanfmatten: die Fasern lösen sich nicht auf und können zu Entzündungen der Backentaschen und auch zum Darmverschluss führen;

- parfümierte, gefärbte Einstreu;

- Joggingkugeln, Wippen, Hängematten, Röhrensysteme, alles aus Stoff sowie Plastik aller Art (Ausnahme Laufrad);

- fertige Nestchen/Röhren aus Stroh/Heu, die mit Draht verflochten sind

- Salzlecksteine (statt Mineralien nimmt der Hamster zu viel Salz auf, das schädigt die Nieren!)

- Eichenholz, das ist giftig!

 

...und halt alles, was einem Dsungi gfährlich werden könnte.

 

 

Noch ein Wort zur Gehegereinigung

 

Suchen Sie die Pipiecke vom Dsungi, die sollten Sie (falls Sie sie finden) regelmäßig reinigen: feuchtes Einstreu raus, aus dem Gehege die entsprechene Menge trockener Einstreu rein. Ab und zu mal das Gehege an einer Stelle mit neuer Streu auffüllen. Die Köttelchen vom Hamster dienen ihm zur Orientierung und dürfen liegenbleiben. Wenn es trotzdem mal nötig werden sollte, dann nur 1/3 des Geheges reinigen, da alles andere den Hamster stresst = er muss sonst seine ganzen Gänge neu buddeln, alles wieder markieren usw. Sie können sich vorstellen, wie das das kleine Tier aufregt. Hamster sind reinliche Tiere und der Urin nicht so stechend wie bei Mäusen, so dass sich ein Komplettaustausch des Streus erübrigt!

 

Dann gibts natürlich noch den bzw. die Futterbunker - quasi der Lebensinhalt eines jeden Hamsters. Und da nunmal extrem wichtig, wird der Bunker von so manchem Backentaschenträger bepinkelt und zusätzlich mit Köttelchen markiert, soll heißen "alles meins". Sie kommen als Körnchengeber daher leider nicht umhin, ab und zu auch die Bunker zu kontrollieren und diese, wenn sie feucht sind, zu entfernen - sonst gibts Schimmel (übrigens auch, wenn Frischfutter reingeschleppt wird = dieses immer so klein schneiden, dass es notfalls problemlos trocknen kann). Ich habe Hamster, da muss ich öfters mal entbunkern, bei anderen merkt man dem Bunker nach drei, vier Monaten noch nichts an. Ich entferne somit die Vorratsecke, gebe dann Streu vom Gehege rein (= weils nach Hamster riecht) und danach einen sehr gut bemessenen Eßlöffel frisches Körnerfutter obenauf.

 

Den Sand vom Sandbad ab und zu aussieben, wieder etwas auffüllen bzw. wenns nötig sein sollte, auch mal austauschen. Stellen Sie sich darauf ein, dass auch das Sandbad als Bunker herhalten muss - Foto siehe unten!

 

Alles in allem ist die erstmalige Anschaffung all dieser, für die artgerechte Haltung nötiger Sachen, nicht gerade billig. Manches bekommen Sie evtl. gebraucht. Da Sie aber nie wirklich wissen, wie der vorherige Besitzer seine Tiere gehalten hat (evtl. hatten sie - auch unerkannt - Milben, Pilz, Würmer, Giardien usw.), empfiehlt es sich, gebrauchte Gegenstände nach dem Abwaschen mit Essigwaser noch ca. 1 Stunde bei 100 Grad Umluft im Ofen auszubacken. Auf der relativ sicheren Seite sind Sie, wenn Sie die Einrichtungsgegenstände für das Gehege neu kaufen. Parasitenbefall usw. ist auch der Grund, warum ich von gebrauchten Holzgehegen (z. B. OSB-Terrarium) abrate. Ein gebrauchtes Gehege aus Glas ist im Gegensatz zu einem aus Holz schnell ausgewaschen (Essigwasser, evtl. auch DanClorix) und desinfiziert.

 

 

So habe ich meine GEhege eingerichtet:


Als Züchter mit mehreren zu versorgenden Hamsterchen muss ich die Gehege verständlicherweise etwas mehr praktisch als fantasievoll einrichten. Aber bei einem oder zwei Dsungies im Haus kann man es den Kleinen superschön machen. Hier ein Beispiel von Tim, der seinem "Sir Henry" von uns ein Paradies in einem 130 cm x 70 x 70-Gehege geschaffen hat:


Die BabyGehege für unsere Kleinen (Für ca. 2 Wochen von der Trennung bis zur Abgabe):